Windmühlen der Gerechtigkeit

Deutschland ist schön. Und das meine ich auch so. Außerdem ist es beeindruckend, einem Volk Wohlstand zu ermöglichen und dabei auch für Sicherheit zu sorgen.

Altersabsicherung, ärztliche Versorgung und soziale Mindestabsicherung, um nur einige Beispiele für diese Sicherheit zu nennen. Und das für viele Millionen von Menschen. Eine unglaubliche und ganz sicher nicht selbstverständliche Leistung, ganz ohne Zweifel.

Und doch. Wäre da nicht die Frage nach tatsächlicher sozialer Gerechtigkeit. Nach der Gleichheit der Bevölkerung in allen Belangen des Lebens. Gerechtigkeit in Bildung, Ansehen und Stellung bis hin -oder gerade in- Lohn- und Steuerfragen. Denn Geld öffnet bekanntlich die Wege zu den Möglichkeiten und Chancen in unserer Wohlstandsgesellschaft. Geld ist der Schlüssel zu gehörter, wertiger Mitbestimmung. Denn ohne die Macht des Geldes ist die Kraft unserer bürgerlichen Mitbestimmung gebremst, sie ist vielleicht sogar nur scheinbar. Einfluss ist immer von Macht abhängig, und die Macht bei uns ist nun eimal das Geld.

Eine Steuergesetzgebung, die den durchschnittlichen Bürger zwar gut leben lässt, mit der er aber sein Leben nicht mehr meistern kann wenn er krank wird oder einfach weniger arbeitet, ist darauf ausgerichtet, Geld für die einen zu mehren und Unfreiheit bei vielen zu erhalten. Und wenn es weiter gelingt, die breite Masse der westlichen Bevölkerung in diesem Hamsterrad gefangen zu halten, ja mehr noch, es immer noch weiter auszubauen, dann führt das unweigerlich in eine Sackgasse, wie der aktuelle Rechtsruck in Europa beweist.

Wie sonst ist es zu erklären, dass Ausgrenzung als Lösung angesehen wird, wenn nicht mit Angst. Angst vor dem Fremden haben die Menschen schon immer gehabt, in allen Kulturen und zu jeder Zeit. Nur lebten zu anderen Zeiten nicht so viele Menschen auf diesem Planeten wie jetzt, und es dachte auch niemand über einen weltweiten Wirtschaftsraum nach. Die Globalisierung hat nun einmal Einzug gehalten, gewollt von denen, die die Mehrung des Geldes darin sahen und sehen, damit einhergehend die explosionsartige Zerstörung der Erde und die weltweite Vernichtung von Lebensraum.

Ausgrenzung wird deshalb auf Dauer nicht funktionieren können.

Neben der Ur-Angst vor dem Fremden spielen da aber noch eine Reihe weiterer Ängste eine Rolle, hervorzuheben dabei die Existenzangst. Darin auf der einen Seite das gegenseitige Unverständnis anderen Kulturen gegenüber, aber ganz sicher auch die Angst, in Zukunft weniger zu haben als bisher, gepaart mit einem Gefühl der ungerechten Behandlung der eigenen Leistung.

Womit wir wieder beim Geld wären. Geld, mit dem wir uns unsere Existenz auf unterschiedliche Art und Weise sichern und über das wir nur bedingt frei verfügen können.

Wäre nun aber die Macht des Geldes gerechter verteilt, wäre es vielen Menschen möglich ihr Leben leichter und vor allem selbstbestimmter und mit weniger Angst zu gestalten. Über Generationen hinweg würde sich die Frage, zumindest in der Masse, nach einer ausgrenzenden, menschen- und demokratiefeindlichen Bewegung gar nicht erst stellen.

Aber dazu würden wir zuerst eine tatsächliche Demokratie brauchen, mit wirklich gleichen Rechten und Chancen für jeden.

Aber die haben wir leider doch noch nicht so ganz. Gut, dass bald wieder Wahlen sind....